

BOA-Youngsters bringen Stuttgarter Downhill zum Stauben
Wo kann man heute noch auch als Jugendlicher mal so richtig Staub aufwirbeln ...? Prädestiniert dafür sind die Downhill-Abfahrten im Stuttgarter Süden: vom restlichen Verkehr im Wald getrennte und auf Sicherheit getestete Trails machen es möglich. Hilfreich zur Bewältigung der unvermeidlichen Aufwärts-Tour, die kein Downhiller gerne aus eigener Kraft bewältigt, ist dort die sogenannte "Zacke" - eine spezielle Linie der Straßenbahn mit Zahnradantrieb. Die Talstation liegt verkehrsgünstig am Marienplatz, die Bergfahrt führt idyllisch durch gewachsene Wohngebiete bis hinauf an den Rand des Stuttgarter Kessels. Von der Bergstation in Degerloch dauert es lediglich ein paar Minuten per Fahrrad bis zum Einstieg in die legendäre Abfahrt "Woodpecker". Berühmt ist diese vor allem, weil sie mit ihrer Länge von 1.020 Metern und dem Höhenunterschied von 120 hm für jedes Fahrer-Niveau eine Herausforderung bietet: Der Vollprofi kommt durchaus auf seine Kosten, wenn er das entsprechende Tempo vorlegt - aber auch für Einsteiger bietet der Downhill mit seinen durchschnittlich 11,7 % Gefälle und 27 Hindernissen genügend Nervenkitzel. Dabei wechseln sich naturbelassene Passagen mit Sprunghügeln und sogar aus Holz errichteten Steilkurven ab - hier ist die volle Bandbreite fahrerischen Könnens gefragt. Und das beste: durch die städtische Zulassung als offizielle Downhill-Piste ist man vor Gegenverkehr absolut sicher. Das Tragen von Protektoren und eines Fullface-Helmes ist dabei natürlich absolute Pflicht.
Die elf Besigheimer Jung-Downhiller starteten morgens um 10 Uhr mit Eisenbahn und S-Bahn ins Zentrum der Landeshauptstadt. Jugendsprecher Phil Abert nahm die Erfahrenen unter seine Fittiche und gab ihnen Tipps, wie sie ihre Downhill-Räder auch in kniffligen Passagen ohne Speedverlust sicher hinunter ins Ziel in Heslach bringen konnten. Die Gruppe unter Leitung von Nils Kufferath hingegen ließ es gemütlicher angehen - in dieser Gruppe wurden auch grundlegende Fahrtechniken und das Lesen der Strecke vermittelt. Unterbrochen durch einen späten Mittags-Döner am Marienplatz fegten die begeisterten Fahrer den Downhill acht Mal hinunter. Bei jedem Einzelnen war der Lernerfolg des Tages sofort sichtbar, alle Teilnehmer konnten die neu erworbenen Kenntnisse von Strecke und Fahrtechnik gleich in höheren Speed umsetzen. Gut, dass die beiden erfahrenen Guides dabei waren: nach den acht Abfahrten ließ die Konzentration dann doch gehörig nach. Phil und Nils sorgten jedoch dafür, dass die Fahrer zwar nur unter Protest, aber trotzdem rechtzeitig das Training beendeten und jeder Teilnehmer verstaubt, aber dafür begeistert und vor allem sturzfrei nach Hause fand.

